Fruchtbares Tal mitten in der Wüste: Capitol Reef N. P.

Im Süden des US-Staates Utah liegen fünf Nationalparks. Wir, Katharina, Jan und Michael Schuller bereisten einen davon, den Capitol Reef vom 12. August bis 10. September 2004. Man findet da Reste des Bauerndorfes Fruita, Spuren versunkener Indianerkultur und Pionierorte in einer spektakulären Umgebung. Dieser Artikel besteht aus Auszügen und Bildmaterial aus meinem 70 Seitigen Buch über Capitol Reef und das Cathedral Valley. Fotografiert habe ich mit Canon EOS 10D und den Objektiven, 4.0 17-40mm USM, 4.0 75-300mm IS USM.

Felsen in vielen Farben

Die Navaho-Indianer nannten die spektakuläre Erusionslandschaft ‚Land des schlafenden Regenbogens‘. Keine schlechte Bezeichnung für diese Abbruchkante aus fahlweißen, rötlichen und ockerfarbenen Sand und Tonsteinschichten. Das Areal umfaßt 980 Quadratkilometer des Bergrückens der Waterpocket Fold und wurde 1971 zum Nationalpark erklärt. Das Ziel der Reisen war seit jeher Fruita, eine geschützt im Tal des Fremont- Flussses liegende Pioniersiedlung.

Karte vom Capitol Reef

Karte vom Capitol Reef

Fruita erwarb sich nach ihrer Gründung durch den ersten Mormonensiedler Nels Johnson im Jahr 1880 rasch einen Namen für ihre schmackhaften Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen und Äpfel – und für einiges mehr, was hier in Obsthainen und auf kleinen Feldern gedieh, behütet von gottesfürchtigen und strebsamen Bauern.

Karte Capitol Reef Nationalpark

Im heutigen Capitol-Reef-Nationalpark, liess sich im Jahr 1882 Elijah Cutler Behunin mit seiner Frau nieder. Das Paar baute sich eine vier mal fünf Meter messende Einraumhütte nahe beim Fremont River. Der Boden bestand aus gestampftem Lehm, war teilweise bedeckt mit Teppichen. Gegessen haben die Behunins vermutlich, wann immer es ging, draussen vor der Hütte. Bei Kälte wärmten sie sich an einem kleinen Kamin.

Vater und Mutter schliefen innen, zusammen mit den zwei kleinsten der zehn Kinder. Die älteren Mädchen mussten in einem Planwagen schlafen, die Jungs schliefen in natürlichen Nischen in einer nahe gelegenen Felswand. Als der Fluss über die Ufer trat und die Felder wegspülte, zog die Familie neun Kilometer weiter flussaufwärts nach Fruita.

Kernstück des Nationalparks ist die Waterpocket Fold die sich in Nord-Süd Richtung erstreckt. Die ursprünglich horizontalen Bodenschichten, die aus Sedimenten entstanden, wurden bei der Anhebung des Colorado-Plateaus leicht geneigt und gebogen. Durch Erosion entstand dann die heutige ‚Falte‘, die ähnlich einer Verwerfung markante Trennlinien zwischen den geologischen Schichten aufweist. Im Park gibt es ein gut ausgebautes Wanderwegnetz.

Das Klima im Capitol Reef ist geprägt von Extremen. Die Heißesten Monate sind von Juni bis August mit Mittagstemperaturen bis zu 38 Grad. Die Trockenheit macht die Hitze jedoch erträglich. Als wir im September dort waren herrschten angenehme Temperaturen, es war oft bewölkt. Die Winter sind trocken mit gemäßigtem Scheefall. Hier sinken die Temperaturen nachts oft unter den Gefrierpunkt.

Capitol Reef mit Blick auf Fruita

Der Capitol Reef Nationalpark ist nach diesem besonders malerischen Teilstück der Bergkette am Fremont River benannt, wo senkrechte Felswände den frühen Pionieren den Weg versperrten.

Was für ein kapitales Riff‘ war deren Aussage. Somit war der Name geboren. Die Faltung gilt als eine der größten und Markantesten monoklinen Falten in Nordamerika.

Gifford Farmhaus

Gifford Farmhaus

Das Historische Gifford Farmhaus ist ein für das ländliche Utah typisches Farmhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Noch heute verrosten am Rand der Obsthaine und Felder die Überreste seltsamer Fahrzeuge und Maschinen.

Fruita Shoolhouse

Fruita Shoolhouse

Im Stil des späten 19. Jahrhunderts ist die Fruita School eingerichtet, eine auch als Versammlungs- und Tanzraum dienende Blockhütte mit Bollerofen und harten Schulbänken, die das strenge Regiment von Lehrerinnen wie Nettie Behunin noch erahnen lassen. Sie verdiente 70 Dollar im Monat, zehn weniger als männliche Kollegen. von 1896 bis 1941 war das Schulhaus ein Ort sittsamen Lernens für maximal 26 Dorfkinder, die meist nur im Winter unterrichtet wurden, um den Rest des Jahres in der Landwirtschaft helfen zu können. Sie stammen von den 10 Mormonen-Familien, die hier zwischen gut 200 Meter hoch aufragenden Sandstein-Wänden ihr Auskommen fanden.

Obstgarten in Fruita

Obstgarten in Fruita

Das etwa 80 Hektar große frühere Dorfgebiet Fruitas wird von der Parkverwaltung als historischer Distrikt gehegt und gepflegt. Die Weiden werden von dem Vieh genutzt, die Wiesen gemäht und die Obstbäume geschnitten und abgeerntet. Touristen können gegen einen moderaten Kilopreis selber Äpfel, Birnen und anderes Obst von den Bäumen pflücken und abwägen. Die Kassen stehen unbewacht in den Obsthainen – für Besucher aus den grossen Städten fast unglaublich.

Zeltaufbau im Obstgarten bei Fruita

Zeltaufbau im Obstgarten bei Fruita

Wir Fahren zum Fruita Campground neben den Obstgärten. Diese bilden den landschaftlichen Rahmen für die wichtigsten Denkmäler der menschlichen Besiedlung. Dazu zählen das Old Fruita Schoolhouse und das Steinhaus Behunin Cabin.

Fortsetzung folgt sobald ich wieder Zeit dafür habe !